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Strompreise, PV, Tarife und Heimspeicher — erklärt von einem Portfoliomanager, der täglich mit diesen Märkten arbeitet.

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Wöchentliche MarkteinschätzungKW 22 · 27. Mai 2026

Persönliche Einschätzung des Autors — keine Anlage- oder Energieberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Strom

Cal-27 verharrt in der bewährten Range zwischen 90,33 und 91,16 €/MWh. Die US-/Israel-Anschläge auf iranische Raketenrampen trieben die Preise erneut zur Oberseite — die Hormus-Risikoprämie bleibt strukturell. MetDesk warnt: Juni wird heiß und trocken in Frankreich/Deutschland, Atomkraftwerke und Wasserkraft geraten unter Druck. Wind fällt ab Ende der Woche schwach aus; Solarertrag bis Monatsende hoch, was Mittagsdellen und Stundenausfälle mit sich bringt. Positiv: Deutschland ist wieder Netto-Stromexporteur (Q1-Bilanz), CO2-Reform schwächer als erwartet — Fallback-Werte unverändert. Strukturell: Die Iran-Eskalation verteuert Gas und CO2; die Merit Order zieht Strompreise mit nach oben.

🔥 Gas

TTF notiert bei 46,75 €/MWh und gerät zum vierten Mal in vier Wochen unter Beschuss. Die nächtlichen US-/Israel-Anschläge auf iranische Raketenrampen und Minenleger in Hormus lösten einen Preissprung aus — die Achterbahn bleibt. Ein MoU USA/Iran ist „weitgehend ausgehandelt" (60 Tage Waffenruhe, Hormus-Öffnung), die Revolutionsgarde fordert aber nur schrittweise Öffnung; belastbare Einigung ist nicht in Sicht. Der El-Niño-Effekt schlägt durch: Japan überschritt am 18.05. erstmals 35°C ungewöhnlich früh, Asiensommer wird heiß und trocken — LNG-Konkurrenz steigt strukturell. Positiv: DE-Einspeicherraten über 1 TWh/Tag, Rehden wird wieder befüllt, Einzelne LNG-Tanker durchqueren Hormus über Pfingsten. Strukturell: Hormus-Risikoprämie bleibt bis zur Einigung; El-Niño hebt Asien-Gasnachfrage dauerhaft.

Benzin & Diesel

Brent notiert bei 96,14 USD/bbl. Die neuen US-/Israel-Anschläge auf iranische Raketenrampen und Minenleger in Hormus zünden einen Preissprung — die nächste Antwort des Iran ist wahrscheinlich. Russlands Produktion sinkt; US-SPR-Withdrawals auf Rekord (Aramco-Lücke: ~100 Mio. Barrel/Woche). Die Revolutionsgarde hält Hormus nur schrittweise offen, Kpler-Modelle rechnen mit 40–50% Durchfahrtsreduktion dauerhaft. Die Charttechnik ist bearish unter 100 USD/bbl (Doppeltop-Risiko bei <96 USD), aber Geopolitik überwiegt. Negativ: China-Nachfrage schwach, Indien dämpft Verbrauch; US-Benzinpreise auf 4-Jahres-Hoch bedeuten politischen Druck auf Trump. Strukturell: Angebotsdefizit und Iran-Risikoprämie stützen Ölpreise bis zur Marktberuhigung.

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Wer steckt hinter Stromgeist?

Ich arbeite als Portfoliomanager Strom & Gas bei einem deutschen Energieversorgungsunternehmen und beobachte die Energiemärkte täglich aus nächster Nähe. Stromgeist ist mein Versuch, das Wissen aus der Branche für alle zugänglich zu machen — transparent, ohne Werbejargon und mit klarer Kennzeichnung wenn Links vergütet werden.

Nein — das ist gesetzlich ausgeschlossen. Die Versorgung läuft ununterbrochen weiter. Der neue Anbieter koordiniert den Wechsel mit dem Netzbetreiber, der die Leitungen betreibt. Du merkst vom Wechsel nichts außer einem neuen Absender auf deiner Jahresabrechnung.

In der Regel nicht. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung für dich — das ist heute Standard bei allen seriösen Anbietern. Du gibst beim Abschluss des neuen Vertrags einfach deinen bisherigen Anbieter an, der Rest läuft automatisch.

Weil der Börsenpreis nur etwa 20–25% deiner Rechnung ausmacht. Der Rest sind Netzentgelte, Steuern und Abgaben — die steigen sogar. Außerdem kaufen Versorger ihren Strom auf Termin (Hedging), oft Monate im Voraus. Günstigere Börsenpreise von heute kommen erst mit Verzögerung bei dir an.

Kaum. Ein Heimspeicher macht erst Sinn wenn du Strom hast der gespeichert werden kann — also eigene Solarproduktion. Ohne PV würdest du den Speicher mit teurem Netzstrom laden und wieder entladen, was keinen wirtschaftlichen Vorteil bringt. Mit einem dynamischen Tarif wie Tibber gibt es Ausnahmen — aber auch da ist der Effekt ohne PV gering.

Der Grundversorger ist der lokale Anbieter der jeden Haushalt ohne Vertrag automatisch versorgen muss — gesetzlich vorgeschrieben als Sicherheitsnetz. Weil er diese Pflicht hat, darf er auch höhere Preise verlangen. Wettbewerber sind freie Anbieter ohne diese Pflicht — sie müssen attraktiv sein um Kunden zu gewinnen, was sie in der Regel günstiger macht.

Als Faustregel gilt: 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Ein typischer Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kommt gut mit 5–7 kWh aus. Mehr bringt bei kleinen PV-Anlagen wenig, weil der Speicher im Sommer nie voll ausgereizt wird und im Winter ohnehin nicht genug Solarstrom kommt.

Tibber lohnt sich wenn du steuerbare Lasten hast — also eine Wallbox, Wärmepumpe oder Heimspeicher die du zeitlich verschieben kannst. Wer einfach nur Strom verbraucht wenn er ihn braucht, ist mit einem guten Festpreistarif oft besser bedient. Mit Wallbox und aktivem Lastmanagement sind Einsparungen von 100–400 Euro pro Jahr realistisch.

Ja — und zwar bald. Die Bundesregierung diskutiert die Kürzung der Einspeisevergütung, und Modulpreise könnten durch geopolitische Entwicklungen steigen. Wer jetzt kauft, sichert sich günstige Modulpreise und noch laufende Vergütung. Die Amortisationszeit liegt bei guten Anlagen heute bei 8–12 Jahren, bei einer Lebensdauer von 25–30 Jahren.